Leidenswege der Ökonomie

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Copyright © 2015 STUDIA Universitätsverlag
Printed in Austria 2015
ISBN: 978-3-902652-96-6
Autoren: Josef Nussbaumer, Andreas Exenberger, Stefan Neuner
Maße: 21 cm x 12 cm, 272 Seiten
Preis: EUR (A) 19,90 (inkl. 10%)

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Kurzbeschreibung:

Global betrachtet müssen viele Millionen Menschen tagtäglich einen oder mehrere Leidenswege durchwandern, weil unsere Ökonomie oft kaum andere Wege bereithält. Das Buch Leidenswege der Ökonomie macht anhand von 14 Stationen auf diese Leiden aufmerksam. Jede Station beginnt mit einem Kreuzwegbild, setzt sich mit einem kurzen zusammenfassenden Text fort, geht dann in eine Sammlung von „Kurzmeldungen“ über und wird schließlich durch Grafiken abgerundet. Doch es gibt auch immer wieder Abzweigungen von den Leidenswegen, die in eine andere Zukunft weisen. Diesen „Hoffnungsschimmern“ ist das letzte Kapitel gewidmet.

Über EUR 84.000,- gespendet!

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Hintergrund: Schon im Jahr 2009 entschlossen sich die Autoren dazu, den Reinerlös aus dem Verkauf von “Unser kleines Dorf”, Vortragshonorare (teilweise) und Geldgeschenke wohltätigen und karitativen Menschen und Einrichtungen zu spenden, die sich um die Ärmsten der Armen in unserem globalen Dorf kümmern.

Dank unserer tausenden Leserinnen und Leser haben wir nun insgesamt EUR 84.023 gespendet. Darunter finden sich die Städtische Herberge in Innsbruck genauso wie Bischof Erwin Kräutler, Projekte in Zimbabwe, Haiti, Laos, Kolumbien und Rumänien.

VIELEN DANK!

Seit dem 10. Februar 2015 werden sämtliche Aktivitäten rund um das Buch “Unser kleines Dorf” im Verein teamGlobo gebündelt (ZVR-Zahl: 419832647).

Hdb – Globo Dinner

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Moderation: Andreas Exenberger, Stefan Neuner
Wann: Mittwoch, 12. Oktober 2016
Wo: Haus der Begegnung Innsbruck

Eine Veranstaltung von:
Haus der Begegnung – Diözese Innsbruck

In ihrem Buch “Unser kleines Dorf” machten Josef Nussbaumer, Andreas Exenberger und Stefan Neuner globale Ungerechtigkeiten greifbarer, indem sie die Weltbevölkerung auf ein Dorf mit 100 Menschen geschrumpft haben. Die Situation in diesem fiktiven Dorf “Globo” gibt einiges zu denken, gerade wenn man an so Grundlegendes wie Ernährung, Gesundheit oder Sicherheit denkt. Daher nehmen wir den Welternährungstag am 16. Oktober zum Anlass, um die globale Verteilungslage in einem “Globo-Dinner” noch spürbarer zu machen. Wie? Das werden Sie vor Ort erfahren. Außerdem ist das Globo-Dinner bereits ein Vorgeschmack auf den 2. Tiroler Entwicklungstag.

EMotion – Benefizabend

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Moderation:
 Andreas Exenberger
Wann: Freitag, 7. Oktober 2016
Wo: Mehrzwecksaal im Olympischen Dorf Innsbruck

Eine Veranstaltung von:
Verein EMotion

Programm:

  • Lieder aus aller Welt: Chor der Vielfalt unter der Leitung von Bernhard Sieberer
  • Vorstellung des Vereins und des Sudanprojeks: Moderation Josef Nussbaumer vom teamGlobo (www.teamglobo.net)
  • Tanz – Performance: 2 Tänzer der Gruppe Hakuna Matata („keine Sorgen“) vom Studio „streetmotion“
  • Solo – Improvisation Saxophon: Stephan Wetzel
  • Pause
  • Konzertante Aufführung mit dem arabischen Instrument „Oud“: Mahmoud Alkawakah
  • Trommeln auf der Djembe aus dem Senegal: Demba Diatta mit seiner Gruppe Silaba („der lange Weg“)

Ö1 Campus Radio – Solidarökonomie

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Interview: Stefan Neuner
Wann:  16. September 2016, 20:00 Uhr

Eine Veranstaltung von:
Ö1 Campus Radio

>> LINK ZUM PODCAST

“Wir sind augenblicklich Zeugen, wie ein ganzer Planet, der vier Milliarden Jahre für seine Entwicklung brauchte, in einer globalen Wirtschaftsmaschinerie verheizt wird (…)”, so die harte Analyse über den Zustand der Welt in dem aktuellen Werk „Die Megamaschine“. Der Autor Fabian Scheidler geht in seinem Buch globalen Problemen unseres Planeten auf den Grund und macht die oft für Mensch und Umwelt rücksichtslose und ausbeutende kapitalistische Wirtschaftsweise dafür verantwortlich. Anschaulich wird dies in dem Werk „Unser kleines Dorf“. Die Autoren beschreiben hier die Welt als Dorf mit 100 Menschen.

In dieser Radiosendung beschäftigen wir uns mit solidarischer Ökonomie und alternativen Wirtschaftsmodellen. Expertinnen und Experten versuchen Fragen zu beantworten, ob und welcher Systemwandel eine nachhaltige Lebensweise ermöglicht und damit die Weltgeschichte in die richtigen Bahnen lenken kann.

Arztbesuch

Hautarzttermin, ein eigenartiges Muttermal soll bewertet werden. Oh mei, sagt die Frau hinter der Anmeldung, als sie statt der e-card die weiße Karte sieht und ob wir überhaupt einen Termin haben, ja haben wir, genauso wie die Überweisung vom Hausarzt. Wir kommen dran. Die Ärztin fragt uns, wo liegt das Problem? In ihrer Stimme sitzt ein ganzer Gletscher. Sie sieht sich das Muttermal kurz an. Da muss man nichts machen, sagt sie. Mehr nicht. Wir sehen uns an. Fast glaube ich meine Freundin hat eine Mischung aus Aussatz und Pest. Sie ist eine junge, sehr gepflegte Frau, sie ist Akademikerin und hat nach einem umfangreichen Auswahlverfahren einen lukrativen Job bekommen als alles zerbombt wurde. Das alles weiß die Ärztin nicht, auch nicht dass ihr Cousin letzte Nacht im alten Heimatland gestorben ist. Aber muss man das als Ärztin wissen, um eine Patientin freundlich zu behandeln, zumal sie für ihre Leistung völlig ordnungsgemäß bezahlt wird?

Aleppo

Manchmal schließe ich meine Augen und stelle mir vor in Aleppo zu sein, nicht im Zentrum, ein wenig außerhalb. Wir haben viele Olivenbäume, gewinnen Öl und legen die Oliven ein, wir haben zehn Kühe, wir bauen Linsen an und Gemüse. Es reicht gut zum Leben. Wir haben drei Kinder. Der Älteste geht zur Schule, die Mittlere in den Kindergarten, die Kleine ist kränklich, wir müssen oft zum Arzt mit ihr. Früher dauerte die Fahrt eine halbe Stunde, dann waren es 15 Stunden. Dann war es zu gefährlich. Ich hab noch das Geräusch des Traktors im Ohr, wenn er aus der Garage fährt, hinaus auf die Felder und wie die Blätter am Olivenbaum rascheln, wenn der Wind durchfährt.

Miteinander

Oft sitze ich mit Menschen in kleinen Räumen, manchmal am Teppich zwischen den Stockbetten. Wir trinken zusammen Tee, alle sind immer sehr gastfreundlich, Tee ist das Mindeste, was ich in ihren kleinen Zimmern auf jeden Fall annehmen muss, selbstgemachtes Fladenbrot oder kleine süße Kugeln, die unseren Rumkugeln ähnlich sind. Sie erzählen von ihrem vergangen Leben und ich von meinem, von unserem, es beginnt sich zu verweben.

Redewendung

Dein Sohn? fragt mich eine in der Runde, wieder gesund? Fast, sag ich. Wie sagt man, fragen sie. Ich verstehe, was sie meinen, gute Besserung! Wir sagen – gute Besserung, wenn jemand krank ist. Sie schreiben es in ihr Heft, als wichtige Redewendung. Es wird besser werden – auch unser Miteinander und auch das mit der alten Angst vor allem Fremden – Ich wünsche es mir sehr. So fremd sind wir uns im Inneren nicht.

Made in Germany

Im Kurs muss ein Mann immer wieder aufstehen, weil sein Bein bei einem Angriff verletzt wurde, Tellermine, buumm, Made in Germany, hat er mir einmal erzählt. Er kann nicht lange sitzen, trotzdem ist er meist gut drauf. Er fragt mich nach einem Job, auch ohne Geld, damit er besser Deutsch lernen kann. So einfach ist das nicht und nicht alle hier sind glücklich darüber, dass ihr zu uns gekommen seid, versuche ich zu erklären. Aber wir sind doch auch Menschen, sagt er. Was soll ich da sagen? Die anderen Kursteilnehmer helfen mir. Sie sagen, die meisten Menschen hier sind freundlich, da sind sich alle einig, ja das stimmt.

Afghanistan

Manchmal schließe ich meine Augen und stelle mir vor in Afghanistan zu sein, nördlich von Kabul, ich stehe auf einer Straße. Ich verstehe die Sprache nicht, ich weiß nicht wohin ich soll, ich vertrage das Essen nicht. Ich soll warten, bedeutet mir jemand. So warte ich und warte. Ich darf nicht auffallen, Menschen wie mich, sehen sie hier nicht gerne. Ich darf keine Probleme machen, ich darf nicht arbeiten, den lokalen Arbeitsmarkt nicht stören. Meine Kinder habe ich zurückgelassen, ich muss erst einen Ort finden, an dem wir alle sicher sind und bleiben können, wo sie zur Schule gehen können, wo kein Terror herrscht. Eine Frau erbarmt sich, sie lädt mich auf einen Tee ein. Sie muntert mich auf, helfen kann sie mir nicht viel, sie reicht mir die Hand. Ich versteh nicht, was sie sagt, es wird wohl heißen: Das wird schon! Ich hoffe und warte.