Ö1 – Die ganze Welt als 100-Seelen-Dorf

Stellen Sie sich vor, die ganze Welt besteht aus einem einzigen Dorf mit fünf Weilern: Im Weiler “Nordamerika” leben 5, in “Lateinamerika” 8, in “Europa 10”, in “Afrika 16” und im Weiler “Asien” 61 Menschen.

Die Fläche des Dorfes, das Globo genannt und in dem mit der Währung Oro gehandelt und bezahlt wird, beträgt 694 Hektar, wobei der größte Teil mit Wasser bedeckt ist und weitere 24 Hektar unter Gletschern verschwinden. So bleiben gerade einmal 178 Hektar Landfläche, davon rund 55 Hektar Wald, 45 Hektar Weideland und ungenutztes Grasland und 22 Hektar Ackerland, wovon 3 Hektar brachliegen. Der Großteil der Nahrungsmittel kommt in Globo also direkt oder indirekt von gerade einmal 19 Hektar bewirtschaftetem Ackerland.

Wie die Menschen in dem Dorf Globo zusammenleben, wie sie interagieren und kommunizieren, wie die ökonomischen und sonstigen Abhängigkeiten zwischen den Weilern beschaffen sind, welche Schwierigkeiten es in dem kleinen Dorf gibt und welche Strategien sich die Bewohner*innen ausdenken, um diese Schwierigkeiten zu überwinden – davon handelt ein Buch, das der Wirtschafts- und Sozialhistoriker Andreas Exenberger gemeinsam mit dem Volkswirt Stefan Neuner und dem Sozialhistoriker Josef Nussbaumer geschrieben hat. „Ö1 – Die ganze Welt als 100-Seelen-Dorf“ weiterlesen

GEW – GLOBO

Für das Buch „Globo – Eine neue Welt mit 100 Menschen“ haben die Autoren Andreas Exenberger, Stefan Neuner und Josef Nussbaumer erneut das Weltdorf Globo besucht und die Bewohner auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit begleitet.

Was wäre, wenn die Welt ein Dorf mit 100 Menschen wäre? Dann würde man vieles sicher anders sehen und die gewaltigen Zahlen der realen Welt würden uns nicht mehr so überwältigen. Um das möglich zu machen, haben die drei Autoren zahlreiche Informationen über unseren Planeten umgerechnet, so dass sie jetzt in ein kleines Dorf namens Globo passen. Dort lebten im Jahr 2015 insgesamt nur 100 Menschen, als sich das Dorf aufmachte, 17 nachhaltige Entwicklungsziele zu verfolgen.

Warum sie das tun, wie sie es machen, und wer diese Menschen eigentlich sind, dem geht das Buch „Globo – Eine neue Welt mit 100 Menschen“ nach. Globale Probleme von Armut über Hunger und Waldsterben bis Gesundheitsversorgung und Mitbestimmung werden darin greifbarer und mögliche Lösungen klarer. „GEW – GLOBO“ weiterlesen

goodreads – GLOBO

Um den Studierenden die großen Probleme besser zu veranschaulichen habe ich schon zu Beginn der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts die Welt auf 100 Einwohner heruntergebrochen. Als ich vom Buch GLOBO hörte war es eine Pflichtliteratur für mich und ich muss gestehen, die drei Autoren haben diese Betrachtungsweise noch diffiziler und genauer. Auch zeigen sie die Veränderungen der letzten Jahre auf.

Auf das Niveau des Dorfes heruntergebrochen werden auch die aktuellen großen Probleme wie die Bevölkerungsexplosion und der Klimawandel thematisiert. Das Soziale ist den Studienautoren ein großes Anliegen und sie legen einen Schwerpunkt hinein. So machen sie dem Leser bewusst, dass die Gesundheitsausgaben in Nordamerika primär privat finanziert wird. In Westeuropa und Ostasien aber öffentlich finanziert wird. Von der Summe der Ausgaben sind riesige Unterschiede. Nur Nordamerika, Europa und Ostasien haben ein annehmbares Niveau. Welche Sprachen werden wo gesprochen, wie ist das Bildungswesen in den verschiedenen Erdteilen, wann heiraten Menschen und wie ist die Wasser- und Energieversorgung. „goodreads – GLOBO“ weiterlesen

Austria-Forum – GLOBO

Um den Studierenden die großen Probleme besser zu veranschaulichen habe ich schon zu Beginn der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts die Welt auf 100 Einwohner heruntergebrochen. Als ich vom Buch GLOBO hörte war es eine Pflichtliteratur für mich und ich muss gestehen, die drei Autoren haben diese Betrachtungsweise noch diffiziler und genauer. Auch zeigen sie die Veränderungen der letzten Jahre auf. „Austria-Forum – GLOBO“ weiterlesen

Kompetenz Online – Die Welt als Dorf

Eine beeindruckend haptische Darstellung sozio-ökonomischer Zusammenhänge ist Wirtschaftshistoriker Josef Nussbaumer mit dem Band „Globo“ gelungen.

LehrerInnen, die Geografie und Wirtschaftskunde unterrichten, werden dieses Buch lieben. Denn „Globo“ beschreibt die Welt mit all ihren sozio-ökonomischen Aspekten als Dorf mit einhundert Menschen. Das macht globale Probleme von Armut über Hunger und Waldsterben bis Gesundheitsversorgung und Mitbestimmung greifbarer und mögliche Lösungen klarer. Und das funktioniert nur deshalb, weil Wirtschaftshistoriker wie Josef Nussbaumer, der vor seiner Emeritierung an der Universität Innsbruck lehrte, samt Team dankenswerter einen Blick für das große Ganze haben.

In ihrem Buch kommen auf die so verdichtete Weltbevölkerung hochgerechnet 20 Rinder, 16 Schafe, je 13 Schweine und Ziegen, vier Hasen, drei Büffel sowie je ein Pferd, Esel und Kamel gegenüber. Der Hinweis auf die industrialisierte Landwirtschaft und deren Ernte, „die gar nichts mit Essen zu tun hat“ und nicht „in den Mägen der Menschen“ landet, ist hier inkludiert. „Gemacht wird auch in Globo das, was mehr Gewinn bringt.“ Wie in einem Lego-Spiel, in dem die Währung Oro heißt. „Kompetenz Online – Die Welt als Dorf“ weiterlesen

Radio Tirol – Über Gott und die Welt

Eine Veranstaltung von:
Radio Tirol – Über Gott und die Welt

Die Presse – Wenn die Welt ein Dorf wäre

Neuerscheinung. Drei Sozialwissenschaftler haben ein Gedankenexperiment durchgeführt: Sie haben eine Gemeinschaft entworfen, in der nur 100 Menschen leben, und wichtige Entwicklungsdaten darauf heruntergebrochen. So sollen die großen Probleme der Welt im Kleinen greifbar werden.

Pali ist 22 Jahre alt und kommt aus Indien. Als Frau wird sie dort nicht für voll genommen, aber ihr Leben ist auch sonst gefährlich, schon die tägliche Hygiene of ein Risiko. Sie lebt in slumartigen Verhältnissen und ernährt sich mangelhaft, meist nur von Obst und Gemüse. Und dann gibt es Aurich. Das größte Lebensrisiko des 72-jährigen in Europa geborenen Mannes sind altersbedingte Krankheiten und Pflegebedürftigkeit. Er hat studiert, lebt in einer gut ausgestatteten städtischen Wohnung und isst eher üppig.

Beide sind Teil einer Gemeinschaft, die Andreas Exenberger von der Uni Innsbruck, der pensionierte Universitätsprofessor Josef Nussbaumer und der promovierte Volkswirt Stefan Neuner in ihrem eben erschienen Buch „Globo. Eine neue Welt mit 100 Menschen“ erdacht haben. „Menschen können mit enormen Größenordnungen meist wenig anfangen. Wir haben diese daher auf verständliches Niveau heruntergebrochen“ erzählt Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Exenberger. So wird die Welt als kleines Dorf geschildert, wo die Menschen etwas verstreut in fünf Weilern wohnen: fünf in Nordamerika, acht in Lateinamerika, zehn in Europa, 16 in Afrika und 61 in Asien. Andere Regionen waren zu klein, um sie auf dieses Niveau herunterzubrechen. Freilich wäre manches, wichtige Erfindungen etwa, in einem so kleinen Dorf nicht möglich. Aber die wichtigsten Bedürfnisse und Entwicklungen werden in dieser überschaubaren Gemeinschaft leichter deutlich. „Die Presse – Wenn die Welt ein Dorf wäre“ weiterlesen

AK Zeitung – GLOBO

Was wäre, wenn die Welt ein Dorf mit 100 Menschen wäre? Diese Frage stellen Andreas Exenberger, Stefan Neuner und Josef Nussbaumer in ihrem aktuellen Buch „GLOBO – Eine neue Welt mit 100 Menschen!. Die Autoren besuchen das aus „Unser kleines Dorf“ bekannte Weltdorf Globo und konfrontieren die 100 Einwohnerinnen und Einwohner mit siebzehn nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen. Globale Probleme werden greifbarer und es wird gleichzeitig auch klarer, welche Lösungen möglich sind.

Aktuell: Eine neue Welt mit 100 Menschen
AK Zeitung Tirol, Oktober 2020, Nr. 133, S 2

Sonntagsblatt Steiermarkt – Globo

Buchtipp: Globo – Eine neue Welt mit 100 Menschen
Sonntagsblatt Steiermarkt, 22.09.2020

Was wäre, wenn die Welt ein Dorf mit 100 Menschen wäre? Dann würde man vieles sicher anders sehen und die gewaltigen Zahlen der realen Welt würden uns nicht mehr so überwältigen. In dieser Weise werden globale Probleme greifbarer, und es wird klarer, welche Lösungen möglich sind. Dafür haben die Autoren dieses Buches und das teamGlobo zahlreiche Informationen über unseren Planeten umgerechnet, sodass sie jetzt in ein kleines Dorf namens “Globo” passen. Dort lebten im Jahr 2015 insgesamt nur 100 Menschen, als sich auch das Dorf aufmachte, siebzehn “nachhaltige” Entwicklungsziele zu verfolgen. Warum sie das tun, wie sie es machen und wer diese Menschen eigentlich sind, dem geht dieses neue Buch nach.

Von den je 50 Frauen und Männern, die in diesem fiktiven Dorf leben, wären 11 Europäer, 14 Amerikaner 15 Afrikaner und 60 Asiaten. Zwölf der Bewohnerinnen und Bewohner hätten Mandarin als Muttersprache, sechs verständigen sich auf Spanisch und fünf auf Englisch, vier sprächen Hindi und drei Arabisch, während der Rest sich auf 6500 andere Sprachen aufteilte. 15 Personen verdienten weniger als zwei Dollar pro Tag, 5 zwischen zwei und zehn Dollar. Eine Person kontrollierte mehr als 50% des gesamten Geldes.

Die Autoren sind Gründungsmitglieder des Vereins teamGlobo.Andreas Exenberger ist assoz. Prof. für Wirtschafts- und Sozialgeschichte am Institut für Wirtschaftstheorie, -politik und -geschichte an der Universität Innsbruck (SOWI- Fakultät). Stefan Neuner ist promovierter Volkswirt und Sozial- und Wirtschaftshistoriker und arbeitet bei Greenstorm. Josef Nussbaumer lehrte Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Innsbruck. Seit 1. Oktober 2017 ist er in Ruhestand.

Universität Innsbruck

Buchtipp: Globo – Eine neue Welt mit 100 Menschen
Universität Innsbruck

Was wäre, wenn die Welt ein Dorf mit 100 Menschen wäre? Dann würde man vieles sicher anders sehen und die gewaltigen Zahlen der realen Welt würden uns nicht mehr so überwältigen. Um das möglich zu machen, haben Andreas Exenberger, Stefan Neuner und Josef Nussbaumer zahlreiche Informationen über unseren Planeten umgerechnet, sodass sie jetzt in ein kleines Dorf namens “Globo” passen. Dort lebten im Jahr 2015 insgesamt nur 100 Menschen, als sich auch das Dorf aufmachte, siebzehn “nachhaltige” Entwicklungsziele zu verfolgen. Warum sie das tun, wie sie es machen und wer diese Menschen eigentlich sind, dem geht dieses neue Buch nach.

Andreas Exenberger ist assoz. Prof. für Wirtschafts- und Sozialgeschichte am Institut für Wirtschaftstheorie, -politik und -geschichte an der Universität Innsbruck (SOWI- Fakultät). Stefan Neuner ist promovierter Volkswirt und Sozial- und Wirtschaftshistoriker und arbeitet bei Greenstorm. Josef Nussbaumer lehrte Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Innsbruck. Seit 1. Oktober 2017 ist er in Ruhestand. Alle drei sind Gründungsmitglieder von teamGlobo.

AK Vorarlberg – Hoffnungstropfen Vortrag

Eine Veranstaltung von:
AK Vorarlberg

slw – Hoffnung für Hilfsbedürftige

Beitrag: Hoffnung für Hilfsbedürftige
slw, März 2020, S 4

In Zeiten, in denen Populisten den Menschen einreden, wie schlecht es um die Gesellschaft steht, präsentieren Josef Nussbaumer und Stefan Neuner ihr „Gegenmittel“: Sie zeigen in ihrem Buch „Hoffnungstropfen Tirol“ hoffnungsvolle Initiativen im ganzen Land.

Die ältere Generation kann sich noch daran erinnern, doch für viele junge Menschen sind die Lebensumstände kaum vorstellbar, wie sie in Tirol noch bis in die 1950er-Jahre den Alltag bestimmt haben: Erst 1953 (acht Jahre nach Kriegsende) konnte die Lebensmittelzuteilung durch Lebensmittelkarten endgültig aufgegeben werden. Knapp waren damals aber nicht nur die Nahrungsmittel – sondern auch Wohnungen, Energie, ja praktisch alles, was man zum täglichen Leben brauchte. Als exzellenter Sozial- und Wirtschaftsgeschichte-Kenner sprudeln viele interessante Details aus Josef Nussbaumer während der Präsentation seines neuen Buchs. Sein Vortrag ist gespickt mit Anekdoten und humorvollen Seitenhieben – man könnte ihm stundenlang zuhören. „slw – Hoffnung für Hilfsbedürftige“ weiterlesen

Pfarrbrief – Alles in Allem gesegnet

Beitrag: Alles in Allem gesegnet
Pfarrbrief Kranebitten, Diözese Innsbruck
Siegfried Weger

Alles in Allem gesegnet „Alles in Allem vom Glück verfolgt. Alles in Allem gesegnet“ – mit diesen Sätzen André Hellers verblüffte Pfarrer Bernhard seine Gemeinde bei der Sonntagspredigt und ließ als Draufgabe den Song am Handy erklingen. Aber kann man dieser Mutmacherbotschaft glauben? Die Medien überbieten sich mit Horrormeldungen: Katastrophen, Kriege, Verfolgung, Flucht, Umweltzerstörung! Und da sollen wir gesegnet sein? „Pfarrbrief – Alles in Allem gesegnet“ weiterlesen

Tiroler Tageszeitung – „Hoffnungstropfen“ höhlen den Stein

Beitrag: „Hoffnungstropfen“ höhlen den Stein
Tiroler Tageszeitung, Dienstag, 07.01.2020
Von Viktoria Gstir

Innsbruck – Schon seit jeher setzen sich viele Tiroler für jene Menschen ein, die Hilfe brauchen. Das Buch „Hoffnungstropfen Tirol“ (Studia Verlag) ist genau diesen engagierten Freiwilligen gewidmet. Die beiden Autoren Stefan Neuner und Josef Nussbaumer haben ihr neuestes Werk nämlich der Vielfalt an ehrenamtlichen Aktivitäten in Tirol gewidmet – und zwar in Form einer Übersicht seit 1945.

„Es ist eine Art Sozial­chronik Tirols“, erklärt Josef Nussbaumer. Sie versammelt über 700 Beispiele von Freiwilligenarbeit, die Tirol prägen. Die Palette umfasst so bekannte Organisationen wie die Caritas (gegründet 1945), die SOS-Kinderdörfer (eine in Tirol geborene humanitäre Idee, die im Vorjahr bekanntlich ihr 70-Jahr-Jubiläum feierte) oder den Mitte der 80er-Jahre entstandenen Verein für Obdachlose. Zugleich sollen in Beiträgen und Kurzchroniken aber auch ehrenamtliche Initiativen vor den Vorhang geholt werden, die bis jetzt nur wenigen geläufig sind. All diese sehen die Autoren als „Hoffnungstropfen“ für ein zukunftsfähiges Tirol an. „Tiroler Tageszeitung – „Hoffnungstropfen“ höhlen den Stein“ weiterlesen

Chronik der Hoffnung

Beitrag: Chronik der Hoffnung
von Theresa Kleinheinz
TOP.TIROL, November 2019, S 72

Sie weisen in ihrem Buch neben der Freiwilligenarbeit auch auf die erfreulichen Zahlen am Tiroler Arbeitsmarkt hin. Inwiefern besteht ein Zusammenhang zwischen Arbeit auf bezahlter und auf freiwilliger Basis?

JOSEF NUSSBAUMER: Die Entwicklung am Tiroler Arbeitsmarkt – gemessen an der Entwicklung der Arbeitsplätze – war in den letzten Jahrzehnten in der Tat bis in die Gegenwart sehr erfreulich. Noch nie in der Geschichte Tirols gab es so viele Menschen in Arbeit wie zurzeit. Vor allem Frauen profitierten in den letzten Jahrzehnten von dieser Entwicklung. Was die Freiwilligenarbeit betrifft, gilt es vor allem eines zu berücksichtigen: Freiwilligenarbeit sollte nicht primär bezahlte Arbeit ersetzen, denn sonst besteht die unmittelbare Gefahr von Ausbeutung. Dies ist in der Tat ein sehr heikler Punkt, denn Ausbeutung durch Freiwilligenarbeit sollte unter allen Um- ständen vermieden werden. Ganz wird sich dieser Tatbestand wohl aber nie vermeiden lassen. Umso wichtiger ist es, diesen Aspekt immer mit zu berücksichtigen und hellhörig zu bleiben. Gerade Frauen sind hier gefährdet. „Chronik der Hoffnung“ weiterlesen

Tiroler Sonntag – Die Erbsenzähler des Guten

Beitrag: Die Erbsenzähler des Guten
Tiroler Sonntag, 14.11.2019, S 19
Von WH

In Zeiten, in denen populistische Politiker den Menschen einreden, wie schlecht es in der Gesellschaft zugeht, sei dieses Buch einfach notwendig. So schreiben die beiden Autoren in der Einleitung zu ihrem neuen Buch. Was dann folgt, ist ein Kaleidoskop des Guten, das sich seit 1945 in Tirol zugetragen hat. In kurzen Beiträgen und chronistischen Aufzählungen durchforsten die Wirtschaftshistoriker Josef Nussbaumer und Stefan Neuner die vergangenen 75 Jahre nach Initiativen, Projekten und Ideen, die das Leben der Menschen in Tirol verbessert und bereichert haben. Meilensteine wie die Gründung der Caritas (1945) oder der Spendenaktion Bruder und Schwester in Not (1961), des Vereins für Obdachlose (1984) oder der Hospizgemeinschaft (1992) werden beleuchtet. Die erste mobile Funkleitstelle des Roten Kreuzes (1978), die Aktion Tagesmütter (1994), die erste Versicherung für Ehrenamtliche (2016), der erste Behindertenanwalt (2018) – was heute oft als selbstverständlich gilt, ist der Initiative und Hartnäckigkeit von Tirolerinnen und Tirolern zu verdanken, die sehr oft ehrenamtlich das soziale Netz in Tirol enger geknüpft haben. Die „Hoffnungstropfen“ können wie Medizin gelesen werden – immer dann, wenn die Verzweiflung über den vermeintlich schlechten Zustand der Gesellschaft überhand nimmt. Nussbaumer und Neuner sind akribische Erbsenzähler des Guten. Schön, dass es sie gibt.

Kirchenzeitung Linz – Man dürfte ruhig auch mal optimistisch sein

Beitrag: Man dürfte ruhig auch mal optimistisch sein
Kirchenzeitung der Diözese Linz, 31.10.2019, S 4
Von M. Fellinger

Schlechte Nachrichten finden viel mehr Aufmerksamkeit als gute. So etwas ärgert Josef Nussbaumer. „Man dürfte ruhig auch mal optimistisch sein“, meint der emeritierte Wirtschafts- und Sozialhistoriker aus Innsbruck. Beim Tag der Linzer Hochschulen machte er am 23. Oktober in der Katholischen Hochschulgemeinde in Linz deutlich, warum er sich dem üblichen Pessimismus so gar nicht anschließen will. Wollen müsse man, vor allem die Politik müsse es wollen. Er ist ein Sammler von „Hoffnungstropfen“ – guten Nachrichten aus aller Welt. Zusammen mit seinem Kollegen Stefan Neuner hat er solche 2017 in ein Buch gefasst. „Auch die Donau besteht aus lauter einzelnen Wassertropfen“, meint er. Viele Hoffnungstropfen würden dem Optimismus Nahrung geben und – zum Strom gefasst – die Welt zum Guten ändern. „Kirchenzeitung Linz – Man dürfte ruhig auch mal optimistisch sein“ weiterlesen

TAZ – Hoffnungstropfen in Tirol

Beitrag: Hoffnungstropfen in Tirol
Arbeiterkammerzeitung, Oktober 2019

Mit dem Buch „Hoffnungstropfen Tirol“ veröffentlichen die beiden Autoren Stefan Neuner und Josef Nussbaumer ein neues Buch, in dem das Positive in unserem Land im Vordergrund steht. Im Gespräch erläutert Josef Nussbaumer, wie es zur Entstehung des Buches kam.

TAZ: Herr Professor Nussbaumer, Sie sind Professor im Ruhestand für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Innsbruck, ihr Co-Autor Stefan Neuner ist promovierter Volkswirt, Sozial und Wirtschaftshistoriker, wie kam es zur Idee für dieses Buch?

Nussbaumer: Dieses Buch handelt nicht von einem Tirol, in dem alles perfekt und gut ist. Nein keineswegs! Es handelt vielmehr davon, dass in Tirol eine Fülle von erfreulichen, positiven Aktivitäten zu finden ist und sich Tiroler und Tirolerinnen schon seit Jahrzehnten für hilfsbedürftige Menschen einsetzen. In „Hoffnungstropfen Tirol“ haben wir versucht, positive soziale Initiativen in Tirol seit 1945 in Chronikform darzustellen. IN dem Band finden such kurze Kapitel zu diversen Initiativen in Tirol, daneben ist auch eine ganz Fülle von sozialen Engagements in ganz kurzen Hinweisen – eben in Tropfenform – aufgelistet. „TAZ – Hoffnungstropfen in Tirol“ weiterlesen

SZ – Gleichgültigkeit aufweichen

Beitrag: Die Gleichgültigkeit aufweichen
Süddeutsche Zeitung
Von Petra Schnirch, Freising

Die Teilnehmer des Workshops Globo-Dinner erleben die ungerechte Verteilung der Güter in der Welt am eigenen Leib. Eines wird allen klar, Hunger und Krieg gehören zusammen und einfach wegschauen, das geht diesmal nicht.

Einfach wegschauen – das gelingt diesmal nicht. Die Teilnehmer des Workshops Globo-Dinner erlebten die Ungerechtigkeit in der Welt am eigenen Leib, zumindest eineinhalb Stunden lang. Nur einige wenige bekamen am Donnerstag im Innenhof des Kardinal-Döpfner-Hauses ein Drei-Gang-Menü serviert, dazu Wasser, Saft und Wein. Die allermeisten erhielten lediglich eine Schale Reis und etwas Wasser, andere gar nichts. Die 77 Anwesenden standen stellvertretend für die Weltbevölkerung, wer in welche der drei Gruppen kam, bestimmte – wie im richtigen Leben – der Zufall. Viele stimmte der Abend nachdenklich, wie sich bei den anschließenden Gesprächen zeigte. „SZ – Gleichgültigkeit aufweichen“ weiterlesen

Satt essen könne sich nur wenige

Satt essen könne sich nur wenige
Freisinger Tagblatt, 05.07.2019
von Maria Martin

Die Sitzplätze für die „Reichen“ waren begrenzt. Wenn beim GloboDinner des Klimaforums Freising am Donnerstagabend der Blick von oben in den Renaissance-Innenhof des Kardinal-Döpfner-Hauses fiel, war das schon ein merkwürdiges Gefühl. Es war nur ein einziger Tisch eingedeckt: mit weißem Tischtuch, Tellern, Wasser und Wein. Wer dort Platz nehmen durfte, das entschied eine Karte, die jedem Teilnehmer am Eingang zugewiesen wurde.

Am eigenen Leib zu verspüren, wie die ungerechte Verteilung von Lebensmitteln den Hunger in der Welt auslöst: Das war die Intention des Workshops, den die Wirtschaftswissenschaftler Josef Nussbaumer, Andreas Exenberger und Stefan Neuner von der Universität in Innsbruck vorbereitet hatten. Im imaginären Dorf „Globo“ trafen „Reiche“ und „Arme“ aufeinander. „Ich bin Suraya, 38 Jahre alt und arbeite in einer Textilmanufaktur. Ich wünsche mir, dass endlich die Löhne steigen.“ Das war auf einer der 70 Karten vermerkt, die Stefan Neuner am Portal zum Kradinal-Döpfner-Haus verteilte. „Satt essen könne sich nur wenige“ weiterlesen